Schmerzen des Bewegungsapparats
Der Begriff Rheuma vereint viele verschiedene Krankheiten, die allesamt sowohl Gelenke und Knochen als auch das Bindegewebe betreffen können. Die Folge sind Einschränkungen und Schmerzen des Bewegungsapparats. Rheuma ist eines der häufigsten Leiden, allerdings keine Alterserscheinung, wie oft fälschlicherweise angenommen wird. Stattdessen können sich rheumatische Beschwerden in jeder Altersphase bemerkbar machen. Frauen leiden statistisch gesehen häufiger daran.
Rheuma ist ein Begriff, den viele kennen, doch dahinter verbirgt sich mehr als nur Gelenkschmerzen. In den meisten Fällen ist damit die sogenannte rheumatoide Arthritis gemeint: eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die mehrere Gelenke betreffen kann und über viele Jahre hinweg fortschreitet. Die Folgen können tief in den Alltag eingreifen: ob beim Zuknöpfen eines Hemds, beim Schreiben, Kochen oder Zähneputzen.
Auch Schmerzen, Müdigkeit und ein allgemeines Schwächegefühl gehören oft zum Krankheitsbild und können die Lebensqualität erheblich einschränken. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Eine frühzeitige und individuell abgestimmte Therapie kann den Krankheitsverlauf deutlich positiv beeinflussen.
Steigern Sie Ihre Beweglichkeit, lindern Sie Schmerzen und gewinnen Sie spürbar an Lebensqualität – mit der individuellen Betreuung im NUHR Medical Center.
Unser interdisziplinäres Team begleitet Sie mit maßgeschneiderten Behandlungsplänen, die auf neuesten medizinischen Erkenntnissen basieren und ganzheitlich auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt sind.
Was ist Rheuma?
Rheuma ist kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein Sammelbegriff für über 400 unterschiedliche Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates. Viele davon sind chronisch und entzündlich. Diese Erkrankungen betreffen nicht nur Gelenke, Knochen, Muskeln oder Sehnen, sondern mitunter auch innere Organe und das Immunsystem.
Rheumatische Beschwerden sind weit verbreitet: Etwa ein Viertel der österreichischen Bevölkerung leidet daran, mit steigender Tendenz im Alter. Doch auch jüngere Menschen und Kinder können betroffen sein. Besonders die entzündlichen Autoimmunformen wie die rheumatoide Arthritis treten häufig bereits im dritten bis vierten Lebensjahrzehnt auf.
Obwohl rheumatische Erkrankungen derzeit nicht heilbar sind, lassen sich Beschwerden durch moderne Therapien oft sehr gut kontrollieren. Manche Behandlungsansätze können sogar bestehende Gelenksschäden teilweise reparieren. Entscheidend ist jedoch ein früher Therapiebeginn unter fachärztlicher Begleitung.
Welche Arten von Rheuma gibt es?
Rheuma ist ein Sammelbegriff für über 100 verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparates. Mediziner sprechen daher vom rheumatischen Formenkreis. Die wichtigsten Gruppen sind:
- Entzündlich-rheumatische Autoimmunerkrankungen: z. B. Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis, Kollagenosen (Lupus, Sklerodermie), Vaskulitiden und juvenile Arthritis.
- Degenerative Erkrankungen wie Arthrose (Gelenkverschleiß).
- Rheumatische Schmerzsyndrome wie Fibromyalgie.
- Stoffwechselerkrankungen mit Gelenkbeschwerden, z. B. Gicht.
Die genaue Form zu erkennen ist wichtig, denn nur so kann eine passende Behandlung eingeleitet werden.
Was sind typische Symptome bei Rheuma?
Die Symptome bei rheumatoider Arthritis können schleichend beginnen, sind aber meist deutlich spürbar. Typisch sind:
- Entzündete, warme und geschwollene Gelenke
- Morgensteifigkeit, die oft länger als eine Stunde anhält
- Bewegungseinschränkungen und nachlassende Muskelkraft
- Allgemeine Erschöpfung und Müdigkeit
- Rheumaknoten – kleine, schmerzlose Knötchen unter der Haut
Charakteristisch ist auch, dass meist beide Körperseiten gleichermaßen betroffen sind, etwa beide Handgelenke oder beide Knie.
Wie unterscheidet sich Rheuma von Arthrose?
Rheumatoide Arthritis und Arthrose werden oft verwechselt, doch sie unterscheiden sich deutlich in Ursache und Verlauf. Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine chronische Entzündung, die durch eine Fehlreaktion des Immunsystems entsteht. Das körpereigene Abwehrsystem greift dabei fälschlicherweise die Gelenkinnenhaut an. Arthrose dagegen ist die Folge eines natürlichen Abnutzungsprozesses: Der Knorpel im Gelenk wird im Laufe der Zeit dünner und weniger belastbar.
Auch die Schmerzen zeigen unterschiedliche Muster. Menschen mit rheumatoider Arthritis spüren die Beschwerden häufig in Ruhe, besonders nachts oder früh am Morgen. Bei Arthrose treten Schmerzen meist bei Bewegung oder Belastung auf und lassen in Ruhephasen nach.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, wie die Gelenke betroffen sind. Rheumatoide Arthritis befällt oft mehrere Gelenke gleichzeitig und das meist symmetrisch, also beispielsweise beide Hände oder beide Knie. Arthrose dagegen betrifft eher einzelne, oft stark beanspruchte Gelenke, wie etwa ein Knie oder eine Hüfte.
Typisch für die rheumatoide Arthritis ist außerdem eine ausgeprägte Morgensteifigkeit. Die Gelenke fühlen sich über längere Zeit steif und unbeweglich an, oft länger als eine Stunde. Bei Arthrose kann es zwar nach Ruhephasen auch zu einem kurzen Anlaufschmerz kommen, dieser verschwindet aber meist schnell, sobald man sich etwas bewegt.
Was sind die Ursachen?
Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung. Das bedeutet: Das Immunsystem greift irrtümlich körpereigenes Gewebe an, in diesem Fall die Gelenkinnenhaut. Warum das passiert, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch mehrere Einflussfaktoren wie etwa genetische Veranlagung, mögliche Infekte mit Viren oder Bakterien sowie Rauchen, das das Risiko erheblich erhöht und den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen kann. Diese Faktoren allein bedeuten jedoch nicht zwangsläufig, dass eine rheumatoide Arthritis ausbricht. Die Entstehung ist ein Zusammenspiel verschiedener Auslöser.
Wie verläuft eine rheumatoide Arthritis?
Die rheumatoide Arthritis entwickelt sich meist schleichend. Erste Anzeichen zeigen sich oft an den kleinen Gelenken der Finger oder Zehen, besonders an Mittel- und Grundgelenken. Auch andere Gelenke wie Ellbogen, Knie, Knöchel, Schultern oder das Schlüsselbein können früh betroffen sein.
Manchmal stehen die Gelenkschmerzen nicht im Vordergrund. Bei einigen Betroffenen beginnt die Erkrankung mit allgemeinen Beschwerden wie Müdigkeit, leichtem Fieber oder Appetitlosigkeit. Der Verlauf ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Während manche über Jahre hinweg nur leichte Einschränkungen spüren, sind andere deutlich stärker betroffen. In einer Studie berichtete etwa die Hälfte der Patienten zehn Jahre nach Beginn der Erkrankung über nur geringe Einschränkungen. Rund 40 Prozent litten unter mittelschweren und etwa zehn Prozent unter schweren Beeinträchtigungen im Alltag, etwa beim Anziehen, Aufstehen oder Öffnen von Flaschen.
Charakteristisch für die rheumatoide Arthritis ist der schubweise Verlauf. In solchen Krankheitsphasen nehmen Schmerzen und Entzündungen plötzlich zu, klingen aber nach einigen Tagen oder Wochen wieder ab. In fortgeschrittenen Stadien kann es zu ständiger Erschöpfung kommen, die sich durch Schlaf oder Ruhe nicht bessert.
Welche Folgen kann eine unbehandelte rheumatoide Arthritis haben?
Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können die betroffenen Gelenke dauerhaft geschädigt werden. Besonders häufig verformen sich die Hände, was die Beweglichkeit und Kraft stark einschränkt. Selbst einfache Handgriffe werden dann mühsam.
Doch rheumatoide Arthritis betrifft nicht nur die Gelenke. Die Entzündung kann auch andere Organe belasten, etwa die Blutgefäße, wodurch sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen leicht erhöht. Auch Tränen- und Speicheldrüsen können sich entzünden, was zu trockenen Augen und Mundtrockenheit führt. In seltenen Fällen sind Lunge, Leber oder Nieren betroffen.
Regelmäßige ärztliche Kontrollen und moderne Therapien helfen, den Verlauf zu bremsen oder sogar zu verbessern. Eine frühe Diagnose ist dabei entscheidend.
Wie wird eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert?
Im Nuhr Medical Center steht am Anfang jeder Untersuchung ein ausführliches Gespräch. Unsere Ärzte fragen gezielt nach Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit, Müdigkeit oder allgemeinem Unwohlsein. Diese Informationen helfen dabei, ein erstes Bild der Situation zu gewinnen.
Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei prüfen wir die Gelenke auf Schwellungen, Bewegungseinschränkungen und Druckempfindlichkeit. Auch äußerlich sichtbare Hinweise wie kleine Rheumaknoten oder entzündete Drüsen können auf eine rheumatoide Arthritis hindeuten.
Eine Blutuntersuchung liefert weitere wichtige Hinweise. Bestimmte Entzündungswerte und Autoantikörper, die bei dieser Erkrankung häufig auftreten, lassen sich im Blut nachweisen.
Zusätzlich nutzen wir moderne bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder Magnetresonanztomographie. Sie zeigen erste Veränderungen an den Gelenken und ermöglichen eine zuverlässige Verlaufskontrolle.
Gerade in der frühen Phase der Erkrankung kann die Diagnose schwierig sein, weil die Symptome noch unklar oder unspezifisch sind. Deshalb ist es besonders wichtig, bei ersten Anzeichen eine fachärztliche Untersuchung vornehmen zu lassen. Im Nuhr Medical Center begleiten wir Sie kompetent und einfühlsam durch jeden Schritt der Abklärung.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Im Nuhr Medical Center verfolgen wir einen interdisziplinären, ganzheitlichen Ansatz – das NUHR Med Concept. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt. Unsere Therapien orientieren sich an drei wesentlichen Prinzipien: Individualität, Intensität und Regelmäßigkeit.
Medikamentöse Behandlung
Die Basistherapie erfolgt meist mit sogenannten krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMARDs), die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder aufhalten. In entzündungsaktiven Phasen kommen zusätzlich entzündungshemmende Mittel wie Kortison oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zum Einsatz. Ziel ist es, Schmerzen und Schwellungen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und Spätfolgen vorzubeugen.
Physiotherapie & Bewegungstherapie
Gezielte Bewegungsübungen verbessern die Gelenkfunktion, stärken die Muskulatur und erhalten die Mobilität. Besonders empfehlenswert sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren, Walking oder Gymnastik. Bewegung wirkt nicht nur körperlich, sondern auch psychisch stabilisierend und verbessert die allgemeine Lebensqualität.
Ergotherapie
Die Ergotherapie fokussiert sich vor allem auf die Hände und alltägliche Bewegungsabläufe. Patienten lernen, ihre Gelenke bewusst zu schonen, Hilfsmittel einzusetzen und trotz Einschränkungen möglichst selbstständig zu bleiben. Ziel ist es, praktische Strategien für Beruf, Haushalt und Freizeit zu entwickeln.
Psychologische Unterstützung
Chronische Schmerzen, Erschöpfung und der Verlust gewohnter Fähigkeiten können seelisch sehr belasten. In solchen Fällen kann eine psychologische Begleitung helfen, den Umgang mit der Erkrankung zu erleichtern, Ängste abzubauen und depressive Verstimmungen zu behandeln.
Operative Maßnahmen
Wenn Medikamente und konservative Therapien nicht mehr ausreichen, können chirurgische Eingriffe nötig sein. Dazu zählen die Entfernung der entzündeten Gelenkinnenhaut (Synovektomie), Gelenkversteifungen (Arthrodesen) oder der Einsatz künstlicher Gelenke (Endoprothesen). Ziel ist es immer, die Lebensqualität und Selbstständigkeit zu verbessern.
Hilfsmittel im Alltag
Bei fortgeschrittener Erkrankung bieten unterstützende Hilfsmittel wie ergonomisches Besteck, Greifhilfen, Einlagen oder orthopädische Schuhe wichtige Entlastung. Sie helfen, tägliche Aufgaben leichter zu bewältigen und die Selbstständigkeit zu bewahren.
Was hilft gegen rheumatische Schmerzen?
Im Nuhr Medical Center setzen wir auf ein ganzheitliches Schmerzmanagement. Neben einer individuell abgestimmten medikamentösen Behandlung können Bewegung, Wärmeanwendungen, Entspannungstechniken und bei Bedarf auch psychologische Begleitung helfen, rheumatische Beschwerden zu lindern. Ergänzend kommen Massagen und gezielte physikalische Therapien zum Einsatz. Welche Maßnahmen für Sie am besten geeignet sind, ermitteln wir gemeinsam in einem persönlichen Therapieplan.
Welche Rolle spielt die Ernährung bei Rheuma?
Die Ernährung kann einen spürbaren Einfluss auf den Verlauf rheumatischer Erkrankungen haben. Eine ausgewogene, entzündungshemmende Kost mit viel Gemüse, Obst, Fisch, pflanzlichen Ölen und Ballaststoffen unterstützt das Immunsystem und verbessert das allgemeine Wohlbefinden. Zucker, tierische Fette und Alkohol sollten möglichst reduziert werden. Im Nuhr Medical Center beraten wir Sie individuell und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen Ernährungsplan, der zu Ihrem Alltag und Ihren gesundheitlichen Zielen passt.
Rehabilitation – zurück ins Leben finden
Eine Rehabilitation ist dann sinnvoll, wenn die rheumatoide Arthritis über längere Zeit nicht ausreichend kontrolliert werden konnte oder sich nach einem Schub erhebliche Einschränkungen ergeben. In der Reha stehen medizinische Versorgung, körperliche Aktivierung, psychologische Unterstützung und soziale Reintegration im Fokus. Sie richtet sich sowohl an berufstätige Menschen, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten oder wiederherzustellen, als auch an ältere Patienten, um ein selbstständiges Leben möglichst lange zu sichern.
Die Reha im Nuhr Medical Center dauert in der Regel zehn bis 14 Tage und kann stationär oder ambulant erfolgen.
Gibt es Heilung bei Rheuma?
Eine vollständige Heilung ist bislang nicht möglich. Das Ziel der modernen Therapie ist es, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen, die Entzündungen effektiv zu kontrollieren und die Lebensqualität langfristig zu sichern. Bei konsequenter Behandlung gelingt es vielen Menschen, mit ihrer Erkrankung gut zu leben, oft sogar weitgehend beschwerdefrei.
Leben mit Rheuma
Rheuma betrifft nicht nur die Gelenke, sondern auch den Alltag. Viele Menschen brauchen mehr Ruhephasen, fühlen sich schneller erschöpft oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Termine bei Ärzten, die Einnahme von Medikamenten oder Therapien lassen sich nicht immer leicht mit dem gewohnten Tagesablauf verbinden. Das erfordert Geduld, gute Planung und manchmal auch Unterstützung.
Auch seelisch kann die Krankheit eine Belastung sein. Angst vor dem, was kommt, Frust über körperliche Einschränkungen oder das Gefühl, nicht verstanden zu werden, gehören für viele dazu. Mit der Zeit entwickeln viele Betroffene Strategien, die ihnen helfen, mit der Erkrankung umzugehen und neue Kraft zu schöpfen.
Im Nuhr Medical Center begleiten wir Sie auf diesem Weg. Mit medizinischem Wissen, einem erfahrenen Team und einem Umfeld, das Sie stärkt und unterstützt. Wir helfen Ihnen dabei, den Alltag besser zu bewältigen und neue Lebensqualität zu gewinnen.
Ursachen für Rheuma
Behandlung & Therapie
Unterschiedliche Formen von Rheuma verlangen auch nach unterschiedlichen Behandlungsmethoden. Im Wesentlichen zielen sie jedoch alle darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Gelenkzerstörung einzudämmen und die Funktion des Gelenks aufrecht zu erhalten. Neben schmerzstillenden Medikamenten ist vor allem Bewegung die Basis einer jeden Rheumatherapie, etwa in Form von Heilgymnastik. Hilfreich können zudem Thermotherapie und Elektrotherapie sein.

